Reisebericht Rumänien 29.03.18-01.04.2018

Wir sind Ein Blaulicht für vier Pfoten e.V. (jetzt Blaulichtpfoten e.V.)

Wir sind im Einsatz für Tiere
Wir sind Maike, Lena, Annika und Katrin
Wir sind in Rumänien.

An Gründonnerstag flogen wir nachmittags nach Bukarest (Rumänien), bestiegen unseren Mietwagen und machten uns auf den Weg nach Campulung. Nach 2 Stunden Fahrt waren wir am Ziel angekommen (abends 22:00 Uhr) und bezogen unser Apartment.

Am nächsten Morgen ging es direkt ins Tierheim. Hier leben ca. 900 Hunde. Einige können in größeren Bereichen freilaufen, andere Hunde sind in Zwingern untergebracht. Da es vorab zu einem harten verschneiten und sehr kalten Winter gekommen war und es nun plötzlich sehr warm und trocken wurde, befanden wir uns einem Gemisch aus Schlamm und Hundekot. Gott sei Dank sind wir vorgewarnt worden und hatten uns Regenhosen und Gummistiefel übergezogen.

Wir freuten uns sehr, die Shelterbetreiber Oana und Iulian endlich wiederzusehen.

Wir begannen mit einem Rundgang durch das Tierheim und suchten auch wieder neue Hunde für die Vermittlung aus bzw. besuchten Hunde, die wir bereits in der Vermittlung haben, um neue Fotos zu fertigen. Dabei waren wir mit Block und Zollstock „bewaffnet“, um die richtigen Maße der Hunde zu notieren. Oft waren wir dabei live „auf Sendung“ für unsere Facebookseite, damit interessierte User uns aktuell begleiten konnten.

Es leben dort so viele Hunde, Welpen, Junghunde, Erwachsene und Oldies. Viele zeigten sich sehr traurig und weinten. Sie drückten ihre Nasen durch die Gitterstäbe, sprangen an ihnen hoch und weinten bitterlich. Das ist dann auch wirklich sehr hart, weil man sie natürlich alle retten möchte, aber nicht 900 Hunde katalogisieren kann. Außerdem muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass es schon schwer genug ist, für eine Handvoll Hunde ein neues Zuhause oder eine Pflegestelle zu finden. Alleine die Entscheidung zu treffen, wen man in die Vermittlung mit aufnimmt und wen nicht, ist jedes Mal eine bitter böse Entscheidung…..manchmal zwischen Leben und Tod.

Auch betraten wir einen Bereich, wo einige Hunde in Gitterboxen eingesperrt waren. Diese Hunde waren negativ aufgefallen, da sie andere Hunde gebissen hatten oder öfter in Streit gerieten. Die Gefahr war zu groß, so dass man sie isolieren musste. Dieses zerbrach dann jedoch auch gleich unsere Herzen, da niemand auf dieser Welt in einer kleinen Gitterbox leben darf. Die Hunde waren uns Menschen gegenüber ausgesprochen freundlich, nur scheinbar dem Tierheimstress nicht gewachsen und reagierten somit ablehnend gegen ihre Artgenossen. Natürlich nahmen wir diese Hunde direkt in die Vermittlung auf…..alles andere hätte uns auch nie wieder schlafen lassen.

Auch fiel in manchen Zwingern auf, dass es immer wieder Hunde gab, die von anderen Hunden gemobbt wurden und direkt laut schrien, wenn sich der stärkere Hund ihnen nährte. Der Schrei eines Hundes unterscheidet sich in diesen Momenten im Übrigen nicht wirklich von dem Angstschrei eines Menschen.

Nachdem wir mit unserem Rundgang und unseren Aufnahmen fertig waren halfen wir noch mit, die viel zu schwachen Welpen zu umsorgen. Die Mutter gab nicht genug Milch, so dass diese zugefüttert und mit Vitaminen versorgt werden müssen. Ob auf sie ein Leben wartet ist bislang noch ungewiss.

Wir verließen alle zusammen das Tierheim und fuhren zu Oana nach Hause. Auch hier leben Hunde, auch welche, die wir versuchen zu vermitteln. Wir wurden wie immer super freundlich empfangen und zum Essen eingeladen. Wir führten noch lange Gespräche und versprachen zu helfen, wo wir nur können. Leider konnten wir nicht mehr länger bleiben, da uns unsere Reise noch weiter in das ca. 4 Stunden entfernte Braila führen sollte.

In Braila besuchten wir unsere Partnerin Lina in ihrer Schutzstation. Sie hat diese liebevoll mit vielen Blumen und Malereien an den Zwingern ausgestattet. Von anfänglich 40 Hunden im Jahr 2016, erwarteten uns nun über 100 Hunde. Mittlerweile gibt es in Braila nämlich leider auch öffentliche Tierheime, welche die Hunde grausam töten, so dass Lina immer mehr aus diesen bei sich aufnimmt, um ihnen die Qual des Verhungerns oder getötet werden zu ersparen. Leider ist ihr Shelter viel zu klein, so dass viel zu viele Hunde in viel zu kleinen Zwingern sitzen und sich oftmals nicht ausstehen können und gegenseitig beißen. Während unseres Aufenthaltes musste ständig in die Zwinger gerannt werden um Bissopfer aus ihnen zu retten, Wunden versorgt und Notplätze in einem anderen Bereich gesucht werden. Wir waren nun so langsam ziemlich angespannt und ebenso hilflos wie die Hunde dort. Es waren viel zu viele für diese kleine Schutzstation, also wieder Notizbuch, Zollstock und Stift gezückt und ran an die Arbeit…..die Arbeit die Hoffnung bringt und Hoffnung nimmt zu gleichen Teilen.

Abends zurück nach Bukarest, gedanklich keine Ruhe finden können. Wir wollen sie alle retten, wie können wir sie alle retten, haben wir einen Hund übersehen, einen zu viel oder zu wenig ausgesucht, wie finden wir neue Pflegestellen, wo Adoptanten, wie bezahlen wir die Pässe, die Ausreise und wie sollen wir heute Nacht überhaupt in den Schlaf finden wissend, das wir am nächsten Tag wieder in unser gutes Leben starten und diese wunderschönen armen Lebewesen vielleicht nie ein „Leben“ haben werden.

Den Rückflug über nervös hin und her gerutscht, Fotos kontrolliert, Fotos zugeordnet, Ideen gesammelt.

Wir suchen Adoptanten, die einem Hund ein eigenes Zuhause geben, Pflegestellen die bereit sind, Hunde aufzunehmen. Wir suchen Spenden, um die Pässe, Kastrationen und Ausreisen finanzieren zu können.

Wir suchen Tierheime und Tierhilfen die bereit sind und die Kapazitäten haben, Hunde von uns zu übernehmen.

Wir zusammen, im Einsatz für Tiere!

Blaulichtpfoten e.V.
Zum Bollwerk 15
58091 Hagen
Telefon: 02337 4824340

Homepage: www.blaulichtpfoten.de
Email: info@blaulichtpfoten.de
Paypal Spende: spenden@blaulichtpfoten.de

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Blaulichtpfoten e.V.
DE31 4401 0046 0295 2724 64
BIC: PBNKDEFF

Hier könnt ihr euch die Videos zu den Tierheimen ansehen, die wir vor Ort gedreht haben. Für die Musik in den Videos haben wir Lizenzen erworben. Wir bitten zu entschuldigen, dass es zwischendurch „wackelt“, wir sind weder ausgebildete Moderatorinnen, noch Kamerafrauen oder Filmschneider. Wir waren mit dem Herzen dort…….und mit dem sieht und hört man ja bekanntlich am besten.

Campulung

Braila

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